[17]. Der Bausektor hat sieben verschiedene Organisationen innerhalb eines Verbandes, im Straßengüterverkehr gibt es zwei Arbeitgeberorganisationen, die jeweils ihren eigenen Tarifvertrag aushandeln. [41]. Solche Streitigkeiten berühren jedoch die Möglichkeit, dass der Sozialminister die Vereinbarung für allgemeinverbindlich erklärt: Beleidsregels AVV, Stcrt 1998, nr. 240, S. 14, 6.2.1. In den Niederlanden sind Tarifverträge ein Mittel zur Organisation der Arbeit ebenso wie ein Mittel, um die Arbeitnehmer vor den ungleichen Verhandlungsbefugnissen der Arbeitgeber zu schützen. Vor allem in der Nachkriegszeit hielt die Regierung das Lohnniveau unter strenger Kontrolle. Jeder Tarifvertrag war normativ in dem Sinne, daß sowohl günstigere als auch weniger günstige Rückstellungen kontra vires waren. Das hat sich erheblich geändert: Tarifverträge sind heutzutage meist Mindestregelungen. [80] Doch dies beruht auf der Praxis und nicht auf dem Gesetz. Wenn die Tarifvertragsparteien nicht wollen, dass die Arbeitgeber höhere Gehälter oder Boni zahlen als im Tarifvertrag vorgesehen, können sie den Tarifvertrag einfach im absoluten Sinne verbindlich machen.

Es war nicht ungewöhnlich, dass niederländische Tarifverträge Bestimmungen wie Ausnahmen von dieser Vereinbarung enthalten, es sei denn, dies ist in der einschlägigen Bestimmung[81] ausdrücklich vorgesehen oder sogar Ausnahmen von dieser Vereinbarung sind nicht zulässig, auch nicht, wenn sie für den Arbeitnehmer günstiger sind. [82] Heute enthalten Tarifverträge oft Bestimmungen, die lediglich günstigere Bestimmungen zulassen[83], sowohl im Allgemeinen als auch im Einzelfall. Das impliziert aber immer noch, dass die Parteien auch etwas anderes hätten festlegen können. [84] Die Rechtsprechung zu diesem Thema ist selten und nicht schlüssig. [85] [84]. Artikel 1:3 Abs. 2 des Tarifvertrags für behinderte Gesundheitsbeschäftigte sieht vor, dass Ausnahmen zulässig sind, wenn sie durch die Bestimmung, von der abgewichen wird, vorgesehen oder geduldet werden (AI Nr. 9569, Bijv.Stcrt. 06-06-2001, Nr. 106). Die Bestimmungen zur Verlängerung von Tarifverträgen sind im Arbeitsverfassungsgesetz (ArbVG) verankert, das sich auf die Privatwirtschaft bezieht. Da der öffentliche Sektor in Österreich (AT0005221F) vom Recht auf Verhandlungen ausgeschlossen ist, besteht dort kein Bedarf an Verlängerungsverfahren.

Das Gesetz enthält unterschiedliche Verfahren für die Ausweitung von Tarifverträgen auf Arbeitnehmer einerseits und auf Arbeitgeber andererseits. Verlängerungsbestimmungen können nur auf Vereinbarungen mit mehreren Arbeitgebern angewandt werden (diese Bestimmungen verlieren ihre Relevanz in Ländern, in denen Ein-Arbeitgeber-Verhandlungen vorherrschen). Wie oben dargelegt, begünstigt das österreichische Arbeitsrecht die Verhandlungen mit mehreren Arbeitgebern erheblich, so dass Ein-Arbeitgeber-Vereinbarungen sehr selten sind. Dementsprechend werden in Österreich fast alle Tarifverträge auf sektoraler Ebene abgeschlossen. Diese gesetzliche Präferenz für Verhandlungen mit mehreren Arbeitgebern erhöht die praktische Wirksamkeit der Verlängerungsbestimmungen. 5 Der Anwendungsbereich von Tarifverträgen Im niederländischen Recht ist zwischen einem formalen und einem materiellen Begriff des Tarifvertrags zu unterscheiden. Das materielle Konzept des Tarifvertrags ist sehr breit. Das Tarifvertragsgesetz sieht vor, dass ein Tarifvertrag eine Vereinbarung zwischen einem oder mehreren Arbeitgebern oder einer oder mehreren Arbeitgeberorganisationen[34] und einer oder mehreren Arbeitnehmerorganisationen ist, die überwiegend oder ausschließlich Bestimmungen über die in einzelnen Arbeitsverträgen einzuhaltenden Arbeitsbedingungen enthält. [35] Diese Beschreibung des Tarifvertrags, die sich aus der Zeit der Verabschiedung des Tarifvertragsgesetzes im Jahre 1927 ergibt, hat sich im Laufe der Jahre als keine wirkliche Einschränkung der Befugnisse der Sozialpartner erwiesen. Das Konzept des Tarifvertrags umfasst sowohl Branchenvereinbarungen als auch Vereinbarungen zwischen den Gewerkschaften und einem einzigen Arbeitgeber. Sie gilt für Tarifverträge, die Bestimmungen zu einer Vielzahl von Themen enthalten, sowie für spezifische Vereinbarungen nur zu einem einzigen Thema. Grundsätzlich können alle Elemente des Arbeitsrechts, die sich für Verhandlungen zwischen Gewerkschaften und Arbeitgebern eignen, Gegenstand eines Tarifvertrags im Sinne des Gesetzes sein.

[36] Für die Arbeitnehmer sieht das Gesetz eine automatische Ausweitung der Tarifverträge auf nicht gewerkschaftlich gebundene Arbeitnehmer vor.